19. November 2025
Bauen mit Bauberater: Auf der sicheren Seite
Ein Hausbau oder eine Sanierung kann schnell in Dauerstress ausarten. Was kann, muss aber nicht sein. Genauso gut möglich ist es, dass diese Phase im Leben ein rundum positives und freudiges Erlebnis wird. Mit einem fachkundigen Bauberater an Ihrer Seite können Sie sich auf die vielen positiven Aspekte konzentrieren – und sich sorgenfrei auf den Einzug freuen.
Tücken gibt es beim Hausbau reichlich: Schon beim Grundstückskauf sollte man wachsam sein, ebenso bei der Planung und Finanzierung aber natürlich auch während des Bauablaufs und bei der Endabnahme von Bauleistungen. Der Bau oder die Sanierung eines Hauses wird für viele Menschen zu einer großen Herausforderung. Herausforderung darf hier durchaus als chancenorientierte Umschreibung des Wortes „Problem“ verstanden werden. Zeitmangel, finanzielle Sorgen, Entscheidungsdruck und das ungute Gefühl, nicht gut genug informiert zu sein, sind meist die Auslöser für den sogenannten Baustress. Wie kann hier ein Bauberater helfen? Uwe Siepmann gibt Antworten.
Welche Vorteile bietet eine Bauberatung?
Nach über 30 Jahren Erfahrung als ehemaliger Geschäftsführer der Siepmann Holzbau GmbH in Mülheim an der Ruhr, kenne ich die Sorgen und Ängste von Bauherren aus unzähligen Beratungsgesprächen nur allzu gut.
In diesen drei Jahrzehnten habe ich sehr viele Baufamilien auf dem Weg zum Eigenheim oder bei Sanierungsvorhaben persönlich begleitet und sie erfolgreich in die eigenen vier Wände gebracht. Vor allem kenne ich aber auch die Praxis und weiß genau, an welchen Stellen man genau hinsehen muss, wo während und vor der Bauphase Fehlerquellen entstehen können und welche Baudetails bei der Ausführung und Bauabnahme genau beachtet werden müssen. Aus diesem Grund biete ich jetzt eine beratende Baubegleitung an. Für die meisten Menschen ist der Bau eines Hauses ja die größte Investition im Leben, daher liegen hier verständlicherweise schnell auch mal die Nerven blank.
Wann sollte die Zusammenarbeit mit einem Baubegleiter starten?
So früh wie möglich. Am besten schon vor dem Grundstückskauf. Hier würde ich zum Beispiel immer ein Bodengutachten empfehlen. Wenn bereits ein Grundstück erworben oder geerbt wurde, empfehle ich eine Baubegleitung vor dem Vertragsabschluss mit einer Baufirma. Als Bauberater prüfe ich den Vertragsentwurf und kann den Bauherren alle Einzelheiten und Details erläutern, insbesondere die feinen Unterschiede in den Leistungsbeschreibungen.
Benötige ich einen Bauberater auch bei einer Festpreisgarantie?
Die sogenannte Festpreisgarantie beim Bau schlüsselfertiger Häuser suggeriert Kostensicherheit. Sie bezieht sich jedoch ausschließlich auf die Leistungsbeschreibung. Es gibt nur für die darin definierten Leistungen einen Festpreis. Fehlende Posten in der Leistungsbeschreibung oder Sonderwünsche fallen folglich nicht darunter. In der Praxis bleibt es daher meist auch nicht bei dem garantierten Festpreis. Als Baubegleiter übersetze ich dem Bauherrn sozusagen die Fachsprache, indem ich die Leistungsbeschreibung erkläre, ähnlich wie ein Dolmetscher.
Warum ist die Prüfung der Leistungsbeschreibung so wichtig?
Leistungsbeschreibungen enthalten in der Regel viele Fachformulierungen, die bei manchen Bauherren einige Fragezeichen hinterlassen. Kauft man ein Haus „ab Oberkante Bodenplatte“ bedeutet dies zum Beispiel, dass der Bauherr die Erdarbeiten und die Bodenplatte zusätzlich bezahlen muss. Meist kommen noch die Planungs- und Transportkosten für die Bodenplatte hinzu. Auch das Wort „bauseits“ wird gerne missverstanden. Viele Laien vermuten, dass „bauseits“ eine Leistung des Bauunternehmens beschreibt. Es bedeutet jedoch genau das Gegenteil, denn damit sind Leistungen gemeint, die vom Bauherrn selbst gemacht oder zusätzlich beauftragt werden müssen. Auch hier ein Beispiel: Bauseitige Erschließungskosten bedeutet, dass der Bauherr für sämtliche Anschlüsse wie für Wasser, Strom, Gas, Kanalisation und Internet selbst aufkommen muss. Daher sollte man auf diese oder ähnliche Passagen im Vertragswerk unbedingt achten. Gerade bei sehr günstigen Angeboten hilft das genaue Hinsehen, denn gerne werden hier bestimmte Leistungen, wie Vermessungs- und Anschlusskosten oder Kosten für Erdarbeiten oder die Baustelleneinrichtung, gar nicht erst erwähnt. Am Ende ist das zunächst billigste Angebot dann nicht unbedingt das günstigste.
Kann ein Bauberater auch nach Vertragsschluss noch hilfreich sein?
Selbstverständlich, denn auf der Baustelle kann er den Bauablauf überwachen und so frühzeitig auf Mängel hinweisen. Ich kontrolliere dann regelmäßig die Qualität der Bauausführung und den Baufortschritt. Als Bauberater agiere ich ja unabhängig. Im Gegensatz zum Bauleiter bin ich nicht von der ausführenden Firma, sondern vom Bauherrn beauftragt. Als Baubegleiter bin ich also quasi ein Fürsprecher oder Anwalt des Bauherrn, aber natürlich auch ein Vermittler, der Vertrauen zwischen den Parteien stiftet.
Wie sieht die Arbeit eines Baubegleiters bei einer Sanierung aus?
Bei einer Sanierung steht für den Bauberater die Koordinierung des Terminablaufs und der vielen einzelnen Gewerke meist im Vordergrund. Ich biete aber vorab auch eine Beratung zu ökologischen Baumaterialien an, selbstverständlich kann ich auch einzelne seriös arbeitende Handwerker und Unternehmen empfehlen. Gerne begleite ich eine Sanierung von der Materialberatung und Planung bis zur Abnahme, biete meine Beratungsleistung als Baubegleiter aber auch für einzelne Bauabschnitte bzw. Sanierungsschritte an.
Nach welchen Kriterien sollte ein Bauherr seinen Bauberater auswählen?
Meiner Meinung nach sollte er sich nach der Praxiserfahrung und der regionalen Verfügbarkeit richten. Es ist sehr wichtig, dass die Baustelle schnell erreicht werden kann. Deshalb sollte sie nicht weiter als 100 Kilometer entfernt liegen. Letztlich ist es aber natürlich extrem wichtig, dass die Chemie zwischen Bauherrn und Baubegleiter stimmt, denn ohne Vertrauen macht die Baubegleitung keinen Sinn. Darüber hinaus sollte der Baubegleiter regional gut vernetzt sein, um bei Bedarf weitere Fachleute hinzuziehen zu können, beispielsweise einen Energieberater.
Müssen Bauherren Angst vor dem Hausbau haben?
Nein, denn viele Bauprojekte verlaufen in der Praxis – und dies soll hier ausdrücklich betont werden – reibungsloser, als man allgemein denkt. Da negative Schlagzeilen natürlich mehr Aufmerksamkeit erregen und sich zudem besser verkaufen, wird in den Medien der gegenteilige Eindruck vermittelt. Natürlich gibt es in der Baubranche auch schwarze Schafe, es gibt aber auch viele weiße, die auf transparente Kommunikation und eine faire und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Bauherren setzen. Diese muss man finden, auch dabei helfe ich natürlich gerne. Erste Entscheidungshilfen für eine Vorauswahl können Gütezeichen sein. Beim Holzbau wäre dies das RAL-Gütezeichen. Die Gütesicherung ermöglicht es Bauherren, gezielt qualitativ hochwertig arbeitende und zuverlässige Baubetriebe auszuwählen. Eine Mitgliedschaft des bauausführenden Betriebs in einem Qualitätsnetzwerk wie 81fünf oder DHV (Deutscher Holzfertigbau-Verband) kann ebenfalls als Orientierungshilfe dienen.